Herausforderungen des FIFA-Innovationsprogramms

 mit internen und externen Interessengruppen, um die aktuellen Bedürfnisse der Fussballwelt zu verstehen, aufzunehmen und schliesslich in konkrete Herausforderungen zu übersetzen, für die Technologieanbieter, Hersteller, Startups oder etablierte Unternehmen Lösungen entwickeln können.

Diese Herausforderungen definieren den klaren, nicht verhandelbaren Umfang der Projekte, die von Interesse sind und ins Programm aufgenommen werden können.

Die Herausforderungen, die die vier Bereiche Fussballausrüstung und Spielflächen, Schiedsrichtertechnologien, Leistungstechnologien sowie Spielerlebnistechnologien abdecken, werden so klar wie möglich mit Blick auf die erwarteten Ergebnisse definiert, während die Innovation im vorgegebenen Rahmen gefördert wird.

Herausforderung 1: Kunstrasensysteme ohne polymerisches Füllmaterial

Kategorie: Fussballausrüstung und Spielflächen

Das FIFA-Qualitätsprogramm für Kunstrasen hat den Fussball in den letzten 20 Jahren massgeblich weiterentwickelt, indem es für den Fussball andere taugliche Spielflächen hervorgebracht hat. Während über die Jahre viele technische und biomedizinische Probleme gelöst werden konnten, müssen nun unbedingt Lösungen im Bereich Nachhaltigkeit und insbesondere Mikroplastik angesichts der geltenden Regelungen gefunden werden.

Herausforderung 2: Innovative elektronische Leistungs- und Aufzeichnungssysteme

Kategorie: Fussballausrüstung und Spielunterlagen

Im Fussball werden vor allem elektronische Leistungs- und Aufzeichnungssysteme (EPTS) verwendet, die in einer Weste am oberen Rücken des Spielers getragen werden. Im Rahmen der Tests zur Beurteilung der Wirkung und des Qualitätsprogramms für EPTS hat die FIFA für den Test und die Zulassung dieser Systeme gemäss Spielregeln ein anerkanntes Rahmenwerk geschaffen. Angesichts der Entwicklung der Technologie möchte die FIFA Systeme prüfen, die derzeit noch nicht dieser Definition entsprechen, für die Leistung oder medizinische Aspekte des Fussballs aber einen Mehrwert bedeuten, indem sie neue Datenquellen oder für den Fussball einfachere und kostengünstigere Lösungen bieten. Sämtliche Geräte müssen diesen Mehrwert belegen und nachweisen, dass sie weder für den Spieler, der das EPTS trägt, noch für etwaige Gegenspieler eine Gefahr darstellen. 


Herausforderung 3: GLT-Grundsystem

Kategorie: Spielleitungstechnologien

Die Torlinientechnologie (GLT) war das erste technologische Spielleitungsinstrument, das 2012 für den Fussball zugelassen wurde. Zur stärkeren Verbreitung dieser Technologie über Eliteligen hinaus möchte die FIFA GLT-Systeme prüfen, die die meisten Vorgaben des FIFA-Qualitätsprogramms für GLT erfüllen sowie eine hohe Genauigkeit und Reproduzierbarkeit garantieren, aber weit weniger Ressourcen erfordern. Das GLT-Grundsystem sollte alle Elemente berücksichtigen, einschliesslich Installation, Hardware und Betrieb.

Herausforderung 4: VAR-Grundsysteme (VAR-Light-Version)

Kategorie: Spielleitungstechnologien

Die Technologie mit Video-Schiedsrichterassistenten (VAR) wurde 2016 für Tests zugelassen, 2018 in die Spielregeln aufgenommen und danach weltweit eingeführt. Getreu dem Ziel der FIFA, den Fussball mithilfe von Technologie auf allen Ebenen zu verbessern, will diese Herausforderung VAR-Lösungen fördern, die die Grundbedürfnisse dieser Spielleitungstechnologie mit weniger finanziellen, personellen und infrastrukturellen Ressourcen (mit max. acht Kameras) abdecken. Zu berücksichtigen sind dabei die Informationen im dazugehörigen FIFA-Dokument, insbesondere welche Schritte bei der Live-Nutzung während kontrollierter Tests weiterhin eingehalten werden müssen.

Herausforderung 5: Halbautomatische Abseitstechnologie

Kategorie: Spielleitungstechnologien

Um den Fussball mithilfe von Technologie zu verbessern und den Video-Schiedsrichterassistenten (VAR) dabei zu helfen, bei Abseitssituationen rasch und richtig zu entscheiden, sucht die FIFA nach halbautomatischen Lösungen, die so viele manuelle Schritte wie möglich eliminieren, wenn es darum geht, über Abseitsstellungen zu entscheiden. Halbautomatisch heisst, dass der VAR bei einer mutmasslichen Abseitsstellung mithilfe künstlicher Intelligenz alarmiert wird, verbunden mit einer visuellen Darstellung, auf deren Grundlage die Spieloffiziellen möglichst in Echtzeit entscheiden können.