Anwendung der Torlinientechnologie

Die Torlinientechnologie ist bereits bei mehreren FIFA-Turnieren zum Einsatz gekommen. Die Auswirkungen und Folgen solcher Systeme können komplex sein. Vor einer Ausschreibung ist deshalb eine sorgfältige Analyse erforderlich.

Demonstration of Goal-line technology

Vor der Ausschreibung

Vor einer Ausschreibung müssen Sie den Umfang, das Budget und den Zeithorizont Ihres Projekts definieren. Denkbar sind verschiedene Optionen, angefangen bei einem zentralen System, das von einem Wettbewerbsorganisator organisiert und geleitet wird, bis zu einem dezentralen System, bei dem sich jedes Stadion selbst die nötige Ausrüstung besorgt und diese unterhält. Solche und weitere Fragen müssen vor einer Ausschreibung beantwortet werden.

Ausschreibung

Dank dem FIFA-Qualitätsprogramm für Torlinientechnologie gibt es eine Reihe zugelassener Systeme und Anbieter, die auf FIFA.com/Quality zu finden sind. Bei all diesen Anbietern ist ein Angebot einzuholen, indem ihnen die genauen Spezifikationen zugestellt werden. Auszuwählen ist der Anbieter, dessen Angebot die Anforderungen am besten erfüllt.

Weitere Informationen sind dem PDF-Handbuch für den Einsatz bei Wettbewerben zu entnehmen.

Installation

Installation der Torlinientechnologie

Der Einbau des Systems dauert in der Regel rund eine Woche, bei schwierigen Bedingungen auch länger. Während der Installation benötigt der Anbieter eventuell Zugang zum Spielfeld, zur Flutlichtanlage und zu allen technischen Bereichen des Stadions. Das Stadionmanagement, die Techniker und die Platzwarte müssen deshalb von Anfang an einbezogen werden.

Planung

Als Stichtag für die Inbetriebnahme des Systems gilt die Endabnahme. Die Planung sollte auf diesen Termin abgestimmt sein, damit das Installationsunternehmen genügend Zeit hat. In häufig genutzten Stadien muss der Anbieter ausreichend Zeit haben, das System unter Spielbedingungen kalibrieren zu können. Dazu muss er uneingeschränkten Zugang zum Spielfeld, zu den Toren, zur Beleuchtung und zu den offiziellen Spielfeldmarkierungen haben.

Zertifizierung

Mit einer „FIFA QUALITY PRO“-Zertifizierung darf das System bei Pflichtspielen genutzt werden. Laut Spielregeln muss ein Torlinientechnologie-System, das bei solchen Spielen zum Einsatz gelangt, gemäss FIFA-Qualitätsprogramm zertifiziert sein.

Der Installationstest als Abschluss einer ganzen Reihe von Tests bürgt dafür, dass ein System korrekt eingestellt ist und im fraglichen Stadion die gleiche Leistung erbringt wie bei den Systemtests.

Zulassungsformular: Nachdem das Testinstitut dem Anbieter das positive Ergebnis des abschliessenden Installationstests mitgeteilt hat, muss es zusammen mit dem Wettbewerbsorganisator das Zulassungsformular unterschreiben. Dieses muss bei der FIFA eingereicht werden, damit die Installation zertifiziert werden kann, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.

FIFA QUALITY PRO: Sobald die FIFA die Anlage zertifiziert hat, kann sie während zwölf Monaten für offizielle Spiele genutzt werden und ist auf der FIFA-Website für den massgebenden Zeitraum als zertifizierte Installation aufgeführt. Nach Ablauf der Zertifizierung ist ein neuerlicher Test erforderlich.

  • Torlinientechnologie-Systemtest:
    • Labortests
    • Feldtests
    • Spielsituationen
  • Abschliessender Installationstest:
    • Beim abschliessend Installationstest wird geprüft, ob das System funktionstüchtig und präzise ist. So kann sowohl der Kunde als auch der Wettbewerbsorganisator darauf vertrauen, dass das System korrekt installiert wurde.

Wiederholungen

Unterstützung des Schiedsrichters

Die Torlinientechnologie soll in erster Linie den Spieloffiziellen helfen. Da der Schiedsrichter das System stets überstimmen darf, können Wiederholungen immer dann heikel sein, wenn sie losgelöst von der Entscheidung des Schiedsrichters gezeigt werden.

Torlinientechnologie-Wiederholungen

Bei der 127. Jahresversammlung am 2. März 2013 in Edinburgh hat der IFAB beschlossen, dass die Wettbewerbsorganisatoren selbst bestimmen können, ob sie die Wiederholung von Torlinienszenen im Fernsehen und/oder auf Grossleinwänden in den Stadien zulassen, da diese das Umfeld und die möglichen Folgen solcher Wiederholungen am besten abschätzen können.

Wieso animierte Wiederholungen?

Das System muss auch bei dunklen Lichtverhältnissen anzeigen können, ob ein Ball die Torlinie in vollem Umfang überquert hat. Video-Wiederholungen können dies nicht gewährleisten. Mit einer Animation der Torlinienszene anhand der vom System erfassten Daten lässt sich am besten zeigen, ob der Ball die Torlinie in vollem Umfang überquert hat.