Hinweis auf Kunstrasen in den Spielregeln

An seiner Jahresversammlung vom 28. Februar 2004 beschloss der International Football Association Board (IFAB), der Hüter der Spielregeln im Fussball, die Spielregeln um einen Hinweis auf die Spielfläche, einschliesslich Kunstrasen, zu ergänzen.

Mit diesem historischen Entscheid können Partien internationaler Klubwettbewerbe und Pflichtspiele zwischen Auswahlmannschaften von FIFA-Mitgliedsverbänden nunmehr auf Kunstrasenfeldern ausgetragen werden, welche die Qualitätsanforderungen der FIFA erfüllen und wenn dies im jeweiligen Wettbewerbsreglement vorgesehen ist. Diese Möglichkeit ist für Länder, die aufgrund extremer Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit kaum Naturrasenfelder unterhalten können, von grosser Tragweite.

Der Hinweis auf Kunstrasen in den Spielregeln markiert in der Geschichte des Fussballs einen weiteren Meilenstein. Millionen von Spielern auf der ganzen Welt werden von dieser Änderung profitieren, da sie ihren Lieblingssport nun regelmässig, weil unabhängig vom Wetter, ausüben können“, hielt FIFA-Präsident Joseph S. Blatter fest.

Der Kunstrasen erlebte an der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Finnland 2003 seine internationale Premiere. Zehn Partien einschliesslich des Endspiels wurden auf einem Kunstrasen mit dem Label „FIFA Recommended“ ausgetragen. Die breite Zustimmung unter den Spielern und die positiven Erkenntnisse bezüglich des Verletzungsrisikos haben bewiesen, dass Kunstrasen die beste Alternative zu Naturrasen ist. Die neuste Generation von Kunstrasen, die ganz den Bedürfnissen des Fussballs angepasst ist, steht Naturrasen in qualitativer Hinsicht nur unwesentlich nach und ist für alle Ebenen des Fussballs geeignet.
Als Weltverband versucht die FIFA, sämtliche Bestrebungen zur Verbesserung der Fussballinfrastruktur zu unterstützen. Nach dem Entscheid der IFAB wird die FIFA allgemein gültige Richtlinien zum Einsatz von Kunstrasen ausarbeiten. Auf der Grundlage der Rückmeldungen der Spieler, medizinischer Studien und von Informationen seitens der Industrie wird das FIFA-Qualitätskonzept mit der Anpassung der Testkriterien, d. h. der Einführung eines zweiten, strengeren Standards per 1. Juli 2004, weiterentwickelt.

Die Schaffung eines neuen erstklassigen FIFA-Standards wird die spiel- und sicherheitstechnischen Eigenschaften von Kunstrasen weiter optimieren. Neben dem neuen Standard, der den internationalen Profifussball mit besten Spielunterlagen versorgen soll, ist das bestehende Label „FIFA Recommended“ weiterhin fester Bestandteil des FIFA-Qualitätskonzepts. Die Testkriterien für die Vergabe des Labels „FIFA Recommended“, das ebenfalls Aufnahme in die Spielregeln fand, gewährleisten, dass für Partien internationaler Klubwettbewerbe und Pflichtspiele zwischen Auswahlteams von FIFA-Mitgliedsverbänden einzig geeignete Kunstrasenfelder zum Zug kommen. Ein Spielfeld mit dem Label „International Artificial Turf Standard“, für das keine Lizenzgebühr zu entrichten ist, ist als Alternative ebenfalls zulässig.

Ziele des 2001 für Kunstrasen eingeführten FIFA-Qualitätskonzepts sind die Qualitätssicherung auf höchst möglichem Standard und die Gewährleistung der Sicherheit der Spieler. Gemäss FIFA-Qualitätskonzept sind Lizenzverträge zur Nutzung des prestigeträchtigen Labels „FIFA Recommended“ Anbietern vorbehalten, deren Kunstrasen in Labor- und Feldtests die strengen Auflagen der FIFA erfüllt haben. Ins Lizenzierungsprogramm des FIFA-Qualitätskonzepts wurden bislang 15 Hersteller von Kunstrasen aufgenommen. Weltweit wurden bereits 75 Kunstrasenfelder mit dem Label „FIFA Recommended“ ausgezeichnet.

Für weitere Informationen: < http://www.fifa.com/de/development/pitch/index.html >
FIFA-DIVISION KOMMUNIKATION / London, 29. Februar 2004