IFAB einigt sich auf höhere Standards für Torlinientechnologie

Der International Football Association Board (IFAB) trat heute Donnerstag, 24. Oktober 2013, am FIFA-Sitz in Zürich (Schweiz) zu seiner jährlichen Arbeitssitzung zusammen.

An der Sitzung, die von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter offiziell eröffnet wurde, nahmen der FIFA-Generalsekretär und die Geschäftsführer der vier britischen Verbände teil.

Betreffend Torlinientechnologie (GLT) verabschiedete der IFAB Änderungen am neuen Testhandbuch 2014, u. a. eine strengere Fehlertoleranz von +/-1,5 cm bei der Genauigkeit von GLT-Systemen. Im Testhandbuch 2012 galt noch eine Fehlertoleranz von +/-3 cm.

Die Änderungen, die hauptsächlich auf den Erfahrungen der FIFA mit der GLT bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2012 und beim FIFA Konföderationen-Pokal 2013 sowie der englischen Premier League mit der GLT seit Anfang der laufenden Saison basieren, sind Ausdruck der konstanten Weiterentwicklung der Technologie. Das neue Handbuch tritt im April 2014 in Kraft. Es gilt eine sechsmonatige Übergangsfrist, während der neue Installationen gemäss Testhandbuch 2012 oder 2014 getestet werden können. Ab Oktober 2014 müssen alle neuen GLT-Installationen den höheren Standard des Testhandbuchs 2014 erfüllen.

Weiterer wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war der IFAB-Reformprozess, inkl. einer eingehenden Überprüfung als Teil der beim FIFA-Kongress 2011 präsentierten FIFA-Governance-Reformvorschläge.

Im Zentrum der Diskussion stand die Zusammensetzung der beiden neuen Beratungsgremien, die die 127. Jahresversammlung am 2. März 2013 gutgeheissen hatte: ein Technik- und ein Fussballausschuss, dem verschiedene Anspruchsgruppen aus der Fussballwelt angehören werden.

Während die Zusammensetzung des IFAB gleich bleibt – die vier britischen Verbände und die FIFA –, sollen die neuen Beratungsgremien dabei helfen, das Konsultationsverfahren zu verbessern und ein aktives Vorgehen mit einer breiteren Vertretung zu fördern, die neue Ideen einbringt.

Thema war ferner der Stand des Verfahrens zur Eintragung des IFAB als Verein gemäss Schweizerischem Zivilgesetzbuch, einschliesslich der Überarbeitung der IFAB-Statuten. Für den 13. Januar 2014 ist zur Verabschiedung neuer Statuten und zum Abschluss des gemäss Schweizer Recht vorgeschriebenen Eintragungsverfahrens eine Gründungsversammlung angesetzt. Dies hilft dem IFAB, eine eigene Identität zu entwickeln. Geplant ist auch die Lancierung einer externen Web-Plattform mit Informationen zur Tätigkeit des IFAB.

Ebenfalls auf der Tagesordnung standen kurze Berichte zum Einsatz elektronischer Systeme zur Leistungskontrolle und ein Antrag zur Erhöhung der Flexibilität bei Auswechslungen im Amateur-/Hobbyfussball.

Mit Blick auf mögliche Änderungsanträge bei der Jahresversammlung wurde ferner der Wortlaut der geltenden Spielregeln geprüft.

Bei der jährlichen Arbeitssitzung werden Themen erörtert und können anschliessend an die Jahresversammlung überwiesen werden. Änderungen an den Spielregeln können aber nur von der Jahresversammlung beschlossen werden.

Die 128. IFAB-Jahresversammlung findet vom 28. Februar bis 2. März 2014 am FIFA-Sitz in Zürich (Schweiz) statt.