Kunstrasen ab 1. Juli offiziell als Spielunterlage zugelassen

Ab Donnerstag, 1. Juli 2004, dürfen Spiele im Einklang mit dem jeweiligen Wettbewerbsreglement auf natürlichem oder künstlichem Untergrund ausgetragen werden. Diese Anpassung der Spielregeln hatte der International F.A. Board (IFAB), die Regelbehörde für den Fussball, an seiner 118. Jahresversammlung am 28. Februar 2004 in London verabschiedet.

Zudem verfügte der IFAB, dass die Unterlage für Spiele auf Kunstrasen den einschlägigen Qualitätsanforderungen (FIFA Quality Concept for Artificial Turf oder International Artificial Turf Standard) entsprechen muss.

Als weitere Änderungen der Spielregeln hatte der Board unter dem Vorsitz von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter beschlossen, dass bei Freundschaftsspielen maximal sechs Spieler ausgewechselt werden dürfen (Regel 3). In Bezug auf die Frage, wie der Sieger eines Spieles ermittelt wird, entschied der Board, dass in Zukunft wieder die volle Verlängerung gespielt, wobei diese maximal zweimal 15 Minuten dauern darf, und bei Resultatgleichstand ein Elfmeterschiessen durchgeführt wird. Dies bedeutet, dass der Sieger eines Spiels, welches gemäss dem Pokalsystem ausgetragen wird, nicht mehr durch ein Golden oder Silver Goal ermittelt wird.

Im Zusammenhang mit Regel 12 und deren Auslegung sind Spieler, die nach einem Torerfolg ihr Trikot ausziehen, wegen unsportlichen Verhaltens zu verwarnen. Dazu hat der Board über ein Rundschreiben der FIFA den Verbänden entsprechende Erläuterungen abgegeben. Die Richtlinien können auf  FIFA.com  heruntergeladen werden.

 "Der Hinweis auf Kunstrasen in den Spielregeln ist die wichtigste Anpassung dieses Jahres und markiert in der Geschichte des Fussballs einen Meilenstein. Millionen von Spielern auf der ganzen Welt werden von dieser Änderung profitieren, da sie ihren Lieblingssport nun regelmässig, weil unabhängig vom Wetter, ausüben können", kommentierte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter die Neuerung.

Wie erwähnt, treten die neuen Spielregeln am 1. Juli 2004 weltweit in Kraft. Von dieser Regelung ausgenommen sind noch laufende Wettbewerbe wie die EURO 2004 in Portugal, welche gemäss den bisherigen Regeln - einschliesslich des Silver Goals zur Ermittlung des Siegers in den verbleibenden Halbfinals sowie des Finales am 4. Juli in Lissabon - zu  Ende gespielt wird.