Van Basten und Busacca über VSA, Regeländerungen und die Initiative 'Play fair!'

  • Marco van Basten und Massimo Busacca sprachen auf einer Pressekonferenz vor dem FIFA Konföderationen-Pokal Russland 2017
  • Themen waren Regeländerungen im Fussball und der Einsatz von VSA
  • Start der FIFA-IFAB-Initiative 'Play fair!'

Auf einer Medienkonferenz in Russland sprachen Marco van Basten und Massimo Busacca heute über die Einführung neuer Regeln im Fussball sowie den Einsatz von Video-Schiedsrichterassistenten.

Die Veranstaltung fand im beeindruckenden und brandneuen Sankt-Petersburg-Stadion statt, wo in zwei Tagen der FIFA Konföderationen-Pokal mit dem Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Russland und Neuseeland beginnt.

Der leitende Beauftragte für Technische Entwicklung und der Leiter der Abteilung Schiedsrichterwesen bei der FIFA sprachen auch über die Beteiligung der FIFA an der IFAB-Initiative ‘Play fair!’.

"Die Initiative 'Play fair!' ist eine Entwicklungsstrategie für den Fussball", erläuterte van Basten. "Diese Strategie zielt darauf ab, Fairness und Integrität zu fördern, für breitestmöglichen Zugang zum Fussball zu sorgen und den Technologieeinsatz zu optimieren. Seit deren Verabschiedung haben FIFA und IFAB sich mit der Erarbeitung einer ersten Phase beschäftigt, in der es vor allem um ein verbessertes Verhalten der Spieler und mehr Respekt geht. Auch die reine Spielzeit und die Fairness sollen verbessert werden, um die Attraktivität des Fussballs zu erhalten."

Van Basten legte detailliert dar, welche Maßnahmen zum Erreichen dieser Ziele ergriffen werden sollen . 

"Das Mobbing von Spieloffiziellen ist etwas, das die FIFAl aus dem Spiel beseitigen möchte. Die ersten Schritte in dieser Richtung werden während des FIFA Konföderationen-Pokals 2017 unternommen. Darüber hinaus werden die Schiedsrichter angewiesen, genauer zu sein, was die Nachspielzeit nach längeren Verzögerungen wie bei Verletzungen oder Auswechslungen betrifft, um weitere Verzögerungen zu verhindern."

Busacca sprach ausführlich über die Fortsetzung der Testphase für Video-Schiedsrichterassistenten (VSA). Nach dem erfolgreichen Experiment bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Korea Republik 2017 wird nun die Umsetzung auch während der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ im kommenden Jahr in Russland geplant. Den Medienvertretern wurden Videos über die Tätigkeit der VSA in der Praxis gezeigt. Der Leiter der FIFA-Abteilung Schiedsrichterwesen unterstrich, dass schon jetzt deutliche Vorteile offensichtlich sind.

"Wir sind alle sehr zufrieden mit den Ergebnissen", stellte er fest. "Wir haben nun zwei Turniere mit VSA-Einsatz hinter uns und ich denke es ist deutlich geworden, dass dieses System sehr hilfreich ist. Unser Ziel besteht darin, klare Fehlentscheidungen auszumerzen, Fehlentscheidungen, an die man sich noch Jahre später erinnert. Die Notwendigkeit dafür ist im Fussball auf jeden Fall vorhanden. Wir suchen nach den besten Möglichkeiten, wie die Technologie uns bei schwierigen Entscheidungen helfen kann.

"Das VSA-System ist noch sehr neu und wie bei allen Neuerungen dauert es eine gewisse Zeit, es zu lernen und umzusetzen. Bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft wurden zwölf Entscheidungen durch VSA abgeändert, von denen einige, wären sie nicht geändert worden, den Turnierverlauf verändert hätten, weil dann beispielsweise Team A statt Team B ausgeschieden wäre. Wir bei der FIFA wollen Fairplay und richtige Entscheidungen."