Vorführung der Video-Wiederholungstechnik beim ersten IFAB-Workshop

Der erste Workshop zu den Tests mit Video-Schiedsrichterassistenten (VSA) im Fussball endete heute in Amsterdam (Niederlande).

Ligen und Verbände, die in den nächsten beiden Jahren die vom IFAB zugelassenen Tests durchführen möchten, sahen dabei, wie die Technik funktioniert. Der niederländische Fussballverband (KNVB) zeigte, wie die Tests „im Hintergrund“ beim Eredivisie-Spiel zwischen Heracles Almelo und dem FC Utrecht am Donnerstagabend abliefen.

„Wir haben Amsterdam für den ersten Workshop ausgewählt, weil der KNVB in den letzten Jahren erste Tests durchgeführt hat und wir dem Verband die Möglichkeit bieten wollten, seine Erkenntnisse als Diskussionsgrundlage zu präsentieren“, erklärte Lukas Brud, Sekretär des IFAB.

Der KNVB zeigte insbesondere, wie viele Entscheidungen im Durchschnitt pro Spiel dank einem VSA verbessert werden könnten.

„Dank den Video-Schiedsrichterassistenten könnten wir jede vierte spielbestimmende Entscheidung berichtigen“, betonte Gijs de Jong, Betriebsdirektor beim KNVB. „Wir haben auch gesehen, dass wir dafür im Schnitt zwölf Sekunden benötigen.“

Beim dreitägigen Workshop wurden die Wettbewerbsorganisatoren auch über die Vorgaben informiert, die sie für eine Teilnahme an den Tests erfüllen müssen.

„Alle Stadien müssen über die nötige Ausstattung verfügen“, sagte Todd Durbin, Vizepäsident für Wettbewerb und Spielerbeziehungen bei der Major League Soccer.

„Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ausbildung der Offiziellen, nicht nur der Video-Schiedsrichterassistenten, sondern auch der Offiziellen auf dem Spielfeld. Auch die Kommunikation zwischen ihnen muss funktionieren. Ebenso wichtig ist die öffentliche Kommunikation, damit jeder versteht, wie alles abläuft und was erwartet wird.“

Alle interessierten Ligen und Verbände können die Informationen prüfen, bevor sie über eine definitive Teilnahme an den Tests entscheiden. Bis Ende Mai sollten die Wettbewerbe feststehen, die im August mit den Tests beginnen werden.

Der IFAB – das unabhängige Gremium, das in Absprache mit der Fussballgemeinschaft über Änderungen an den Spielregeln befindet – wird die Tests zusammen mit der FIFA-Abteilung für Fussball-Technologie-Innovation genau beaufsichtigen. Vorgesehen ist u. a. eine Forschungsstudie mit den beteiligten Wettbewerbsorganisatoren, Technologieanbietern und einem unabhängigen Institut oder einer Universität, die nicht nur die Schiedsrichterleistungen, sondern auch die Auswirkungen auf das Spiel auswertet und dabei die Einschätzungen der verschiedenen Akteure berücksichtigt.

Der Workshop in dieser Woche folgt auf den historischen Beschluss des IFAB im März 2016, der den Weg für Live-Tests ebnete. In den nächsten Wochen werden weitere Sitzungen und Workshops durchgeführt, damit die beteiligten Wettbewerbsorganisatoren über alle Verfahren und Einzelheiten der Tests umfassend Bescheid wissen.

„Dieser Workshop war erst der Anfang. In zwei Jahren, wenn alle Informationen und Daten auf dem Tisch liegen und von einer unabhängigen Instanz analysiert wurden, wird der IFAB 2018 oder 2019 hoffentlich definitiv entscheiden können“, erklärte Lukas Brud.

Weitere Informationen zu den VSA sind hier zu finden. Ein Dokument mit häufigen Fragen ist hier abrufbar.